Nach einem Jahr Surface Pro 3 kann ich im großen und ganzen eine positive Bilanz ziehen. Da ich auch ein iPad 2 Air habe, kann ich die beiden Geräte ganz gut vergleichen und stelle fest, dass das Surface in Punkto Produktivität für mich klar die Nase vorn hat. Wenn ich jedoch nur mal was schnell recherchieren will, ist das leichte und immer sofort einsatzbereite iPad die bessere Wahl. Sicher haben andere Benutzer andere Prioritäten. Das Surface hat für mich jedenfalls die besseren Argumente. Die da wären:
- Erweiterbarer Speicher. Ich habe eine Samsung Micro SDXC 64GB Pro im Einsatz. Entgegen einer vorher verwendeten Karte von Toshiba ist diese Karte fast wie eine zusätzliche Festplatte. Die Schnelligkeit bei Datenbankzugriffen, Kopieren von Dateien und Bildbearbeitung ist mehr als ausreichend.
- Schnelle Anbindung ins eigene Netzwerk per LAN. Da das Kabel immer noch schneller als jede WLAN Verbindung, habe ich mir für rund 30 Euro einen 2 Port USB 3.0 Hub mit 1GBit Netzwerkadapter und integriertem Kartenleser gekauft. Mehr braucht man nicht. Meine Fotos können jetzt direkt über dieses Multifunktionsgerät auf das Surface kopiert und bearbeitet werden.
- USB 3.0 Schnittstelle.
- Miracast! Auch hier brauchte ich noch ein Zusatzgerät für mein TV-Gerät. Der Miracast Empfänger wurde bei mehreren Fernsehegeräten sofort erkannt. Die drahtlose Übertragung des Surfaces-Bildschirms auf den Fernseher ist genial! Endlich konnte ich meine Fotos gut präsentieren und gleichzeitig auf Google Maps umschalten, um die Reiserouten zu zeigen.
- Type Cover. Die Tastatur von Microsoft ist besser und stabiler als sie aussieht. Ich komme damit sehr gut zurecht.
- Standardsoftware. Für mich ist es extrem wichtig, dass ich mit Office-Produkten arbeiten kann. Unter anderem auch Microsoft-Access. Das ist mit dem iPad leider nicht möglich - zumindest ist mir keine Lösung bekannt.
- Hochwertige Verarbeitung
- Ausklappbarer, stufenlos einstellbarer Ständer. Mit dem integrierten Ständer des Surface kann man bequem auf dem Schoss, dem Tisch oder auf der Couch arbeiten. Selbst im Flugzeug war die ideale Einstellung schnell gefunden.
- Eingabestift. Bisher glaubte ich, dass ich das nicht brauche. Aber dank des Stiftes nutze ich sogar Microsoft OneNote
Ich habe versucht, mit meinem iPad den Bildschirm auf den Fernseher zu spiegeln - ohne Erfolg. Auch die Übertragung meiner Fotos von der Kamera-SD-Karte aufs iPad schlug fehl. Für SD Karten gibt es sicher auch Adapter. Das Surface hat zumindest einen eingebauten Micro-SD-Schacht. So konnte ich die Urlaubsfotos der Smartphones auf das Surface kopieren.
Fazit: Zum Arbeiten scheint mir das Surface die bessere Wahl zu sein. Zum Ansehen von Bildern (sofern man sie übertragen bekommt) und zum Surfen, ist das iPad Air ideal. Allein das Gewicht spricht in diesem Fall fürs iPad. Das heißt jedoch nicht, Präsentationen mit dem Surface unmöglich wären. Im Gegenteil. Bei Microsoft kann man sogar zwei Apps nebeneinander anzeigen (im Tablet Modus). Im Desktop Modus kann man natürlich beliebig viele Anwendungen öffnen.
Microsoft, Windows 10, Lumia
Trotz aller Euphorie habe ich das Gefühl, dass Microsoft wieder einmal etwas nur halbherzig macht. Im letzten Jahr waren das Surface, Windows 10 und Microsoft in aller Munde und überwiegend mit guten Kritiken versehen. Jetzt macht man sich wieder unnötig viel kaputt. Die Zwangsupdates von Windows 10 sind vielen Usern ein Dorn im Auge. Soll doch jeder selbst entscheiden! Der Versuch Microsofts, im Smartphonemarkt mitzumischen. Trotz guter Ansätze ist in meinen Augen das Projekt zum Scheitern verurteilt. Smartphones haben ihre Berechtigung aufgrund ihrer Apps. Und da gibt es für Windows 10 definitiv zu wenig. Microsoft wäre besser beraten selbst die erfolgreichsten Apps von Apple und Android nachzubauen. Sofern es für Windows 10 nicht 1000ende von guten Apps gibt, gebe ich Lumia keine Chance.