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2012

Orwellismus

Amerikanische Geheimdienste überwachen das Netz. Und die Kanzlerin regt sich auf? Dies ist wieder einmal das perfekte Beispiel der Heuchelei in der Politik! 

Was soll dieser Aufschrei? Schon im Februar 2013 erklärte der ehemalige deutsche Innenminister Gerhard Baum in einer Talkshow, dass der amerikanische Geheimdienst NSI Zugriff auf alle großen Webserver in den USA hat. Und heute tut unsere Kanzlerin empört und möchte ein klärendes Gespräch mit Herrn Obama führen!? Unwahrscheinlich, dass sie die Infos des Herrn Baum nicht kannte.

Wo bleibt die Ehrlichkeit? Warum gibt man nicht unumwunden zu, dass auch andere westliche (oder sogar östliche?) Geheimdienste, die Erkenntnisse der Amerikaner nutzen können?  So könnte man zumindest die Aussagen von Herrn Baum verstehen und so vermutete ich das schon seit Beginn dieses Jahrtausends!

Warum ich glaube, dass die großen Portale schon lange mit den Geheimdiensten zusammen arbeiten? Nun, ich finde es z. B. sehr auffällig, dass die User immer mehr dazu angeregt werden, Fotos von Freunden mit Namenstags zu versehen. Alles kostenlos! Wer auf diese Weise mit seinem Bild im Internet landet (wahrscheinlich reicht sogar der lokale Rechner), kann per Gesichtserkennung ab sofort überall auf der Welt lokalisiert werden. Jetzt fehlt nur noch die Google-Glasses Datenbrille und wir können die Hobbies und die persönlichen Vorlieben der hübschen Blondine an der Ecke abrufen, um sie dann erfolgreich anzubaggern ;)! Aber halt!!! Google hat ja erklärt, dass das unterbunden werden soll. Trotzdem wette ich, dass in wenigen Jahren alle Polizisten bei Demos solch eine Datenbrille tragen werden - aber nicht wegen der Blondinen!

Meine Vermutung geht so weit, dass bestimmte Konzerne finanziell unterstützt werden um neue Technologien wie Standortbestimmung und Gesichtserkennung zu perfektionieren. Man sollte ernsthaft hinterfragen, wie Google es geschafft hat, von einer WERBEFREIEN Suchmaschine (d. h. ohne echte Einnahmen) zum mächtigsten Konzern der Welt aufzusteigen.

Wir sind an einem Scheidepunkt, in dem wir abwägen müssen, was wir von uns preisgeben wollen und zu welchem Preis? Es gibt keine Beweise dafür oder dagegen, dass mit diesen Überwachungsmethoden terroristische Anschläge verhindert wurden. Es ist aber denkbar, dass Google schon längst einen Algorythmus gefunden hat, um aus der Datenflut ECHTE Terroristen zu finden. Schade nur, dass dabei auch "Kollateralschäden" einkalkuliert sind.

 

Weiterführende Links: Spiegel-Online, Faz.Net, Bild.de

 

Und trotzdem: Ohne Überwachung kommt kein Staat mehr aus. Wer an der Macht bleiben will, braucht Informationen. Vielleicht konnte sogar der eine oder andere Krieg vermieden werden. Allerdings konnte man am Beispiel STASI und KGB sehen, dass zuviel Kontrolle und damit verbundene Einschränkungen der Bürger ganze Staaten zum Kollaps bringen können.

 


 

 

Google, Apple, Microsoft, Facebook, Amazon und Co. - Datenschutz und Kriminalität

Zunächst sollten wir einmal eines festhalten: Gesetze sind in der globalen Datenwelt so unwirksam wie Zitronensaft gegen die Schweingegrippe.  Egal welche Gesetze beschlossen werden, die Konzerne können sich immer irgendwie auf ausländische Server retten. Einzig die Musikindustrie hat es geschafft, dass Jugendliche, die mal einen Song herunterladen, als Kriminelle verurteilt werden. In anderen Bereichen klappt das irgendwie nicht. Oder warum können heute noch Abmahner mit einem einzigen Serienbrief Millionen absahnen? Oder warum kann man nichts gegen Abofallen unternehmen, die offensichtlichen kriminellen Hintergrund haben. Selbst die Plünderer von Onlinebanking Konten gehen straffrei aus.

Für die Zukunft sehe ich nur einen Hype nach dem anderen kommen. Waren es vorgestern noch AOL, T-Online, Altavista und Fireball oder gestern "Second World" so dominieren heute ein paar wenige global agierende Unternehmen die Onlinewelt. Microsoft, Apple, Google, Youtube, Amazon, Facebook, Twitter. Eine Allianz dieser Unternehmen könnte glatt die Welt beherrschen. Und wir wissen nicht wirklich, ob sie im Hintergrund schon zusammen arbeiten.

Es geht auch nicht mehr darum, Daten für Werbekunden zu sammeln. Vielmehr sehe ich ganz andere Gefahren auf uns zukommen. Angenommen Google entschliesst sich in Zukunft Reisen direkt zu verkaufen, dann könnte das folgendermaßen aussehen: Familie xyz möchte eine Urlaubsreise nach Asien buchen. Die Internetrecherche läuft über Google und wird von "big G" mitprotokolliert. Minuten später findet Familie xyz Angebote von Google für die Region. Selbst wenn die Familie jetzt noch weiter sucht und sich für ein bestimmtes Pauschalangebot interessiert, könnte der Suchmaschinenbetreiber jetzt ernst machen. Er weiß, was der Kunde bereit ist auszugeben. Also werden Werbeangebote offeriert, die genau auf die Recherche von xyz zugeschnitten sind - nur etwas billiger. Damit wäre auch das Ende von Reisebüros besiegelt.